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Nutzungspotentiale von Jatropha CurcasHoffnungsträger der Automobilindustrie?

Drucken 10.07.2010, 08:36 Uhr, Wissenschaft
Hinter dem lateinischen Namen Jatropha Curcas verbirgt sich die Purgiernuss aus der Familie der Wolfsmilchgewächse, die auch als Brechnuss bekannt ist. Wird verallgemeinernd von Jatropha gesprochen, so handelt es sich meist um diese Art. Heimisch ist die Purgiernuss im tropischen Gebiet des amerikanischen Kontinents, von wo aus sie von portugiesischen Seefahrern nach Europa gebracht wurde. Seitdem wird sie sowohl auf dem europäischen Festland als auch in Asien angebaut.

In frühester Zeit wurde die Purgiernuss als natürliches Abführmittel eingesetzt. Sie enthält den Wirkstoff Curcin, der ähnlich dem Stoff der Rizinusstaude wirkt. Dieser macht die Pflanze giftig und verhindert, dass sie von pflanzenfressenden Tieren beschädigt wird. Da sie sukkulent ist, kann sie Wasser einlagern und braucht sehr wenig Pflege.

Das wohl größte Nutzungspotenzial von Jatropha Curcas liegt im Öl der Purgiernuss. Dieses kann nach einer Modifikation des Dieselmotors als Treibstoff eingesetzt werden, es kann aber auch Stromgeneratoren antreiben. Da das Öl geruchlos verbrennt und dabei kein CO2 erzeugt, ist ein umweltfreundlicher Stoff, dem große Akzeptanz entgegengebracht wird.

Durch den Anbau der Purgiernuss könnte auch den wirtschaftlich schwachen Regionen geholfen werden, in denen sie heimisch ist. Dort wird ein Großteil der Pflanzen angebaut, aus denen Biotreibstoff hergestellt wird - meist handelt es sich jedoch um essbare Rohstoffe und die Einheimischen stehen vor einem Konflikt. Da das Öl der Purgiernuss ungenießbar ist, können die Nüsse problemlos verkauft werden. Die Jatropha-Pflanze eignet sich aber auch deswegen für solche Regionen, da sie genügsam ist und wenig Pflege bedarf - und damit auch nur geringe Kosten verursacht.


Autor / Kontakt:
Herr Klaus-Martin Meyer
Bad Iburg
URL: http://www.nachwachsende-rohstoffe.biz

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