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Warum wird Düsseldorf manchmal „Schreibtisch des Ruhrgebiets“ genannt?
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05.01.2012, 09:51 Uhr, Sonstiges
Zur Erklärung: Auf der einen Seite steht bei dieser Karikatur das Ruhrgebiet – das Herzstück der deutschen Industrie. Hier wird produziert, hart gearbeitet, etwas geleistet. Ganz im Gegenteil – glaubt man dem Cliche – zu Düsseldorf.
Hier, in Düsseldorf, sitzt man eben am Schreibtisch. Das Bild passt bestens zur Vorstellung, Düsseldorf sei einer Stadt voller Snobs, Reicher, Vornehmer. Düsseldorf – die Stadt der Schreibtischtäter?
Es stimmt natürlich: Düsseldorf ist eine Bürostadt. Die großen Unternehmen, die sich hier angesiedelt haben (und das sind nicht wenige), üben sich vor allem in Arbeit, die am Schreibtisch ausgeübt wird. Aber mindert das den Wert der Arbeit? Natürlich nicht. Und das meint auch das Cliche nicht.
Die Karikatur – so will man zumindest vermuten – zielt eher auf den oben angerissenen Snobismus, wenn das auch nicht direkt ausgesprochen wird. Was hier angeprangert wird, ist nicht der Fakt, dass in Düsseldorf viele Menschen bei ihrer Arbeit an Schreibtischen sitzen, sondern, dass diese Menschen Snobs sind gegenüber denen sind, die das nicht tun.
Und wie so oft mit derartigen Karikaturen – und wie so oft im Leben: Ein bisschen stimmt es vielleicht, und ein bisschen stimmt es nicht.
Eines stimmt ganz sicher: Düsseldorf auf eine Stadt der Snobs zu reduzieren tut ihr großes Unrecht. Dafür ist sie viel zu vielschichtig, abwechslungsreich, weltoffen und tolerant.
Wer diese Flunkerei immer noch glaubt, der muss nur mal abends in der Altstadt vorbeischauen, wo Werbetexter mit Stadtarbeitern, Gäste eines Düsseldorf Messe Hotels mit japanischen Ladenbesitzern zusammen in der Imbissschlange plaudern. Oder einen Abstecher in den Arbeiter- und Kreativbezirk Flingern machen, wo die jungen Wilden mit Düsseldorfbesuchern feiern, bis selbst das letzte Hotel Düsseldorf Messe die Nachtschicht eingeläutet hat. Oder, oder.
Insgeheim wissen das natürlich auch alle diejenigen die vom „Schreibtisch des Ruhrgebiets“ sprechen. Denn wie immer, wenn derartige Bezeichnungen benutzt werden, sind sie immer auch – oder manchmal sogar vor allem – spaßig gemeint. Und das ist ja auch gut so.
Autor / Kontakt:
Herr Fabian Mache
Düsseldorf
Herr Fabian Mache
Düsseldorf
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