Startseite / Recht / Baurecht in Deutschland
Baurecht in Deutschland
Drucken
24.01.2011, 21:31 Uhr, Recht
Tatsächlich kann es aber auch ein noch so bemühter Rechtsanwalt nicht verhindern, dass gerade größere Streitigkeiten in Bausachen so ausufern, dass sie am Ende fast nicht mehr justiziabel sind. Die Parteien streiten am Ende nicht nur über die Frage der Höhe eines Honorars, sondern sind sich schon darüber uneins, was denn überhaupt Gegenstand des dereinst abgeschlossenen Werkvertrages gewesen sein soll.
Es haben schon Heerscharen von Juristen darüber nachgesonnen, wie man diesem eher unwürdigen Spiel ein Ende bereiten kann. Volkswirtschaftlich wäre dies allemal geboten, da die oft über Jahrzehnte dauernde Streiterei auf beiden Seiten lediglich Ressourcen bindet und enorme Geldsummen für Anwaltskanzleien und vom Gericht eingeschaltete Sachverständige verschlingt.
Nachdem bereits kleine Änderungen im zugrundeliegenden materiellen und Verfahrensrecht von den jeweilig interessierten Kreisen heftig befehdet werden, würde eine wirksame Änderung der momentanen Situation durch kleine kosmetische Maßnahmen wahrscheinlich ohne Wirkung verpuffen. Vielleicht sollte man in Anbetracht dieser Tatsache einmal darüber nachdenken, durch einen großen gesetzgeberischen Wurf das Baurecht wirksam nach vorne zu bringen.
Anfangen müsste man insbesondere für die öffentlichen Auftraggeber wahrscheinlich im Vergaberecht. Derzeit sieht das Vergaberecht nämlich noch vor, dass der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt werden soll. „Wirtschaftlich“ wird allerdings in der Praxis in aller Regel mit „billig“ gleichgesetzt. Dies bedeutet, dass der billigste Bieter regelmäßig den Zuschlag erhält. Dass dieser billigste Bieter dann während der Bauausführung nichts eiligeres zu tun hat, als seine schlechten Angebotspreise durch entsprechende Nachträge aufzubessern, ist eine Binsenweisheit. Oftmals stecken die ausführenden Unternehmen während der Bauausführung mehr Energie in das so genannte Claim-Management als in das bemühen, ein Werk mangelfrei und termingerecht abzuliefern. Dieser unheilvolle Kreislauf könnte am besten dadurch unterbrochen werden, in dem man vergabegesetzlich festlegen würde, dass der billigste Bieter aus der Wertung genommen wird. In diesem Fall hätte man den Bietern ein deutliches Zeichen gesetzt, dass man sich die Mühe für ein Angebot sparen kann, wenn man alleine darauf abzielt, ein Angebot zu legen, das preislich unter dem der Konkurrenten liegt.
Die conjus GmbH bietet seit 1999 rechtliche Informationen im Internet. Über mittlerweile 18 Ratgeber kann der Internetnutzter umfassende Tipps und Infos zu verschiedenen Rechtsgebieten abrufen. Mittlerweile erstellen über 30 Volljuristen, Anwälte, Richter und ein Staatsanwalt kompetente Inhalte für die Ratgeber-Seiten im Internet. Im Jahr 2010 haben bereits rund 3,5 Millionen Internetnutzer das Informationsangebot der Ratgeber-Seiten genutzt.
Autor / Kontakt:
Herr Fritz Kuhn
Gilching
URL: http://www.baurecht-ratgeber.de
Herr Fritz Kuhn
Gilching
URL: http://www.baurecht-ratgeber.de
Hinweis:
Artikel-Promotion.de distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt dieser Pressemeldung/dieses Artikels. Die Meldung gibt nicht die Meinung von Artikel-Promotion.de wieder und somit ist Artikel-Promotion.de nicht für die Richtigkeit des Inhalts haftbar, sondern der Urheber der Pressemeldung/des Artikels. Sollte die obige Meldung Rechte jeglicher Art verletzen, bitte kurze Email schicken an service[at]affective.de, wir löschen diese Meldung dann unverzüglich.

