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CDU Neukölln: Kinderrettungsstelle - nur 10% sind echte Notfälle

Drucken 06.02.2010, 16:28 Uhr, Politik

Die Kinderrettungsstelle am Klinikum Neukölln ist seit Beginn der Schweinegrippewelle im Herbst völlig überlastet. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht, weil Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) sich gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben. Der Neuköllner Gesdheitsstadtrat bemüht sich, die Rettungsstelle zu ent-lasten und die Parteien an einen Tisch zu bekommen.
Nach Auskunft von Professor Dr. Rainer Rossi, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, gibt es derzeit an Wochenenden und Feiertagen Wartezeiten von bis zu sechs Stunden in der Rettungs-stelle des Mutter-Kind-Zentrums am Vivantes Klinikum Neukölln. Grund seien die für diese Jahres-zeit typische Infektwelle und die große Verunsicherung hinsichtlich der Schweinegrippe. Problema-tisch dabei ist die Tatsache, dass es sich nur bei zehn bis 15 Prozent der Fälle tatsächlich um akute Notfälle handelt. „Die Eltern sind oft verunsichert oder wollen nicht mit dem Arztbesuch bis zum Montag warten“, mutmaßt Dr. Uwe Kraffel, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der KV.
Für den Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU) ist dieser Standpunkt schwer nachvoll-ziehbar: „Soll ein Arzt Eltern wegschicken, deren Kind ,nur‘ 39,5 Grad Fieber hat und damit nicht als Notfall eingestuft wird?“, fragt er. Ein zweiter Vorschlag wurde dem Senat und der KV von einer Ar-beitsgruppe der „Berliner Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin“ unter der Leitung von Profes-sor Rossi unterbreitet. Niedergelassene Kinderärzte sollen in den Kinderrettungsstellen zu den Spit-zenzeiten mitarbeiten. Das hat die KV laut Professor Rossi abgelehnt. Die KV bestreitet diese Behaup-tung.

„Es gab nur eine Anfrage, ob wir Ärzte in die Rettungsstellen schicken können, die die Tätigkeit von Assistenzärzten dort wahrnehmen können“, erklärt Uwe Kraffel. Gespräche dazu würden noch andau-ern. Im Bezirksamt ist man derweil die Querelen leid: Nach einem Beschluss der BVV am 2. Dezem-ber will es auf eine baldige Lösung des Konflikts drängen. „Es muss sehr bald etwas geschehen“, so Stadtrat Liecke. „Dieses Pingpong-Spiel zwischen KV und Senat geht auf Kosten der Ärzte, die in den Rettungsstellen alleingelassen werden.


Quelle: www.cdu-neukoelln.de

Foto:
Gesundheitsstadtrat Falko Liecke

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