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Strom-Vertrag prüfen: Fast 43 Prozent aller privaten Verbraucher sind noch immer im Grundversorgertarif

Drucken 27.01.2012, 19:33 Uhr, Finanzen und Wirtschaft

Stromanbieter vergleichen - sonst droht zuviel für Strom und Gas zu bezahlen
Ein Blick in den Kalender genügt: Ein Neues Jahr, eine neue Preisrunde der Versorger: Die Prämien der Versicherungen steigen, aber auch die Kosten für Strom und Gas. So wurden wir Verbraucher erneut mit der Meldung schockiert, dass die Gas- und Stromversorger erneut an der Preisschraube drehen. Neben rund 80 Gasanbieter sind auch über 100 Stromversorger in der Bundesrepublik ihrer Preispolitik treu geblieben und haben zum Jahreswechsel die Preise erhöht. Für Gas werden bis zu 6 Prozent, für Strom rund 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr mehr verlangt. Weitere Anbieter werden die Chance nutzen und diese Preiserhöhung nachziehen.

Gerade einige Anbieter aus den lokalen Sektor haben diesmal die Gunst der Stunde genutzt, um die Preise über zehn Prozent zu erhöhen, während die großen Versorger sich bislang noch nicht zu Erhöhungen entschlossen haben. Es ist davon auszugehen, dass auch RWE und E.ON ihre Preise nach oben anpassen werden. Die Zusicherung von RWE und E.ON, die Preise bis zum Ende der Heizperiode nicht zu erhöhen, ist nur eine zeitliche Verlagerung des Problems. In der Finanzkrise 2008 war der Trend der steigenden Energiekosten kurzzeitig unterbrochen. Während der Finanzkrise brach die Nachfrage ein, Gas war in großen Mengen verfügbar, einige Wirtschaftsunternehmen fielen als Großabnehmer aus. Daraufhin senkten einige Anbieter durchaus deutlich die Preise, während andere Anbieter von Strom und Gas die geringeren Einkaufskosten nicht an ihre Kunden weitergaben. Durch die gestiegene Nachfrage aus Ländern wie Indien und vor allem China, deren Energiebedarf scheinbar wieder unbegrenzt steigt, läßt den Bezug an den Energiemärkten und somit die Preise unaufhaltsam ansteigen. Neben der gesteigerten Nachfrage nach Kohle und Gas läßt auch die von der Bundsregierung eingeführte Energiewende durch die Umlage für erneuerbare Energien die Preise ansteigen. Experten gehen davon aus, dass der Trend zu steigenden Preise sich sogar noch verschärft. Man spricht bis zum Jahr 2020 von einem Preisanstieg von fast 60 Prozent. Dies würde - bezogen auf einen Vier-Personen-Haushalt - eine Preissteigerung von über 500 Euro pro Jahr bedeuten.

Vor allem dem Gasmarkt stehen rasante Preissteigerungen bevor. Nach einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kerney sollen die Gaspreise auf den europäischen Märkten um 30 bis 40 Prozent steigen. Wegen der weltweiten Überkapazitäten soll dann jedoch eine kurzfristige Erholung des Gaspreises folgen, doch die Preise sinken auf keinen Fall auf die Preise von heute oder gar tiefer.

Verbraucherschützer und sogar die Bundesnetzagentur empfehlen den privaten wie geschäftlichen Verbrauchern immer wieder einen Wechsel des Anbieters. Leider scheuen gerade private Verbraucher diesen Schritt. Fast 43 Prozent aller privaten Verbraucher war der Behörde zufolge im Jahr 2010 noch im Grundversorgertarif, der in der Regel der teuerste Tarif der Versorger ist. Den Wechsel in einen günstigeren Tarif des lokalen Versorgers haben immerhin 41 Prozent der privaten Verbraucher vorgenommen. Lediglich 15 Prozent der Haushalte hat zu einem günstigen Strom- und Gasanbieter gewechselt, teilte die Behörde mit. Somit wird klar, warum nicht nur die Branchenriesen ihre Preise beliebig erhöhen können. Durch den mangelnden Wechselwillen ist die Anzahl der Kunden und somit die Einnahmequelle gesichert. Warum gerade private Verbraucher nicht zahlreich zu einem günstigen Anbieter von Strom und Gas wechseln, also die Gründe, sind bekannt, wenn auch nicht unbedingt begründet. Konkurs des Versorgers und somit die Befürchtung ohne Strom oder Gas Wintertage verbingen zu müssen, ist der meistgenannte Grund. Auch undurchsichtige Tarife, werden häufig als Grund genannt. Gerade die letztgenannten Punkte sind dank Preisvergleichsrechner im Internet kein Problem mehr. Hier werden die Angebote der einzelnen Anbieter übersichtlich dargestellt. Die Kündigung und alle Wechselformalitäten übernehmen meist die neuen Anbieter aus aus Servicegründen. Über mehrere hundert Euro Ersparnis pro Jahr kann sich der Kunde freuen. Dem gegenüber stehen nur wenige Eingaben im Preisrechner.


Autor / Kontakt:
Herr Rainer Hoppe
Karlsruhe
URL: http://strom1000.de

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