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Hilfe zur Selbsthilfe als Chance zum Überleben

Drucken 07.09.2011, 00:00 Uhr, Familie
(djd). Gewalt und Armut prägen den Alltag in Guatemala. Auch 15 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs hat sich das Leben in dem lateinamerikanischen Staat nicht normalisiert. Die höchste Gewaltbereitschaft in ganz Lateinamerika und die vierthöchste Mordrate weltweit: Das sind die traurigen Rekorde eines Landes, das von Naturkatastrophen, geringem Bildungszugang und mangelnder medizinischer Versorgung geprägt ist. Trotz der schlechten Lebensumstände bringen die Frauen aufgrund mangelnder Aufklärung häufig zehn oder mehr Kinder zur Welt. Doch die Kleinsten müssen täglich gegen das Elend kämpfen. Tausende verwaister und verwahrloster Straßenkinder betteln, stehlen und ernähren sich von Abfällen, um zu überleben.

Bildung für ein besseres Leben

Seit 20 Jahren hat sich die hessische Stiftung Kinderzukunft zur Aufgabe gemacht, möglichst vielen Kindern eine Chance auf eine menschenwürdige Zukunft zu geben. Neuestes Projekt ist "Monrovia", eine Schule in der Streusiedlung Nueva Panajachel, unweit der Provinzhauptstadt Quetzaltenango. Das von der hessischen Landesregierung mitfinanzierte Gebäude verfügt über vier Klassenzimmer für Kindergarten, Vorschule und Grundschule, einen Speisesaal mit Küche, eine kleine Bibliothek und einen Sportplatz nebenan. 210 Kinder und Jugendliche gehen ab sofort hier zur Schule, werden mit der notwendigen Ernährung versorgt und ärztlich betreut. Anders als in einem Kinderdorf leben sie jedoch weiterhin in ihren Familien.

Hilfe zur Selbsthilfe

Um im Alltag zu überleben und ihre Existenz zu sichern, werden im Rahmen von "Monrovia" rund 70 Familien in Familienplanung, Haushaltsführung, Ernährung, Landwirtschaft und Nutztierhaltung geschult und beraten. Unter www.kinderzukunft.de gibt es nähere Informationen. Das nachhaltige Konzept wird bereits seit 2006 erfolgreich im Dorf La Esperanza umgesetzt. Im Vordergrund steht dabei stets die Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel der langfristig angelegten Entwicklungsprojekte zu den Schwerpunkten Ernährung/Gesundheit, Bildung/Ausbildung und Aufklärung/Familienberatung ist, die Betroffenen zu aktiven Selbstversorgern zu machen, die auf Dauer von fremder Unterstützung unabhängig sind.

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