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BAI - Berufsstart-Absolventen-Index - II 2010

Drucken 20.08.2010, 11:27 Uhr, Bildung

BIP trifft auf BAI - Informatiker und Bauingenieure die großen Verlierer


Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal mit 2,2 Prozent so stark gestiegen wie seit 1987 nicht mehr. Der Anstieg wurde ursächlich durch die boomenden Exporte und die steigende Investitionslaune getragen, dadurch profitiert auch der Berufsstart-Absolventen-Index, der mit 4 Basispunkten zulegen konnte. Noch erreichte diese rasante wirtschaftliche Erholung nicht ganz den Arbeitsmarkt von Bachelor-, Master- und Diplomabsolventen, jedoch zieht erfahrungsgemäß dieser Markt erst erheblich später auch wieder an. Einige Experten halten einen Anstieg des BIP?s um über 3% für das Gesamtjahr für möglich. Dann wird auch die Suche nach qualifizierten Absolventen so richtig in Schwung geraten, deren Auswirkung die Unternehmen eventuell noch nicht einmal ansatzweise erahnen können und wollen. Noch befindet sich ein Großteil der Firmen in ihrem Personalmarketing in der Lethargie des Abschwungs. Jetzt wieder die Budgets zu erhöhen oder überhaupt eines einzurichten, fällt schwer.

Wirtschaftswissenschaften
Wer geglaubt hat, der wirtschaftliche Aufschwung würde hauptsächlich den technischen Fachrichtungen zugute kommen, hat nicht mit den Wirtschaftswissenschaften gerechnet. Eigentlich der heimlich Star - denn die Unternehmen schreiben so viele Stellenangebote gerade für diese Fachrichtung aus wie nie zuvor. Mit 179 Basispunkten erreicht der BAI hier ein Allzeithoch, plus 6 Basispunkte. Damit können WiWi-Absolventen in einem sehr großen Stellenangebotspool den passenden Berufseinstieg suchen.


Wirtschaftsingenieurwesen
Im letzten Quartal, indem die Wirtschaftsingenieure eher zu den Gewinnern zählten, mussten diese heuer einen kleinen Dämpfer einstecken. Von 235 Basispunkten ist der BAI auf 225 (-10 Basispunkte) gefallen. Der Rückschlag ist für die Absolventen nicht von großer Bedeutung, die Angebotsvielfalt ist immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Informatiker
Ein Großteil der Firmen rechnet mit einem starken Umsatzplus und mit deutlich wachsenden Umsätzen in der Informationstechnik. Diese ersten sehr positiven Zeichen konnten im 2. Quartal für den Arbeitsmarkt nicht bestätigt werden, eher sind die Unternehmen sehr zurückhaltend mit Stellenausschreibungen und möchten wohl eher abwarten, ob die wirtschaftliche Erholung nachhaltig ist. So fällt der BAI für Informatiker auch überraschend um 76 Basispunkte auf 272 und damit auf das Niveau von Mitte 2007 zurück.

Maschinenbau
Trotz der starken wirtschaftlichen Erholung und des boomenden Exportes auch im 2. Quartal, profitiert der BAI für den Maschinenbau nicht davon. Am Ende bedeutet dies im Durchschnitt "nur knapp" 4.000 Stellenangebote im Monat und ein Minus von einem Basispunkt auf 334. In der eher mittelständisch geprägten Maschinenbaubranche ist dies auch nicht verwunderlich. Sollte sich hier die Zurückhaltung mit der Zeit und dem Druck nach jungen Akademikern legen, erwarten wir einen sehr starken Anstieg von Ausschreibungen für die Maschinenbauer.

Bauingenieurwesen
Obwohl auch die Bauindustrie sich nicht über einen mangelnden Auftragseingang der letzten Monate beschweren konnte, spürt man von dieser positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt überhaupt nichts. Eher gewinnt man den Eindruck, dass gerade dieser Industriezweig die wirtschaftliche Erholung sehr mit Skepsis sieht. In Zahlen bedeutet diese Zurückhaltung ein deutliches Minus von 226 Basispunkten auf nunmehr 160. Jedoch sollte auch betrachtet werden, dass der BAI für die Bauindustrie 2002 bei 100 lag, was einen 6-fachen Anstieg an Stellenausschreibungen für Bauingenieure bedeutet.

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Autor / Kontakt:
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Herr Hans-Thilo Sommer
Großenkneten
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