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Oben wird es grün
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17.01.2012, 00:00 Uhr, Bau & Immobilien
Weniger Abwassergebühr
Noch weitere Vorteile sprechen für eine Begrünung des Dachs. So gibt es mit Pflanzen auf dem Dach eine verbesserte Wasserrückhaltung: Das Regenwasser wird vom Gründachaufbau aufgenommen und nur die Überschussmengen verzögert in die Regenrinne abgegeben. Dadurch wird das Kanalisationssystem merklich entlastet. In Städten mit gesplitteter Abwassersatzung kann sich das auch im Geldbeutel bemerkbar machen - die Gebühren für das Niederschlagswasser werden gegebenenfalls zurückgestuft. Durch die Verdunstungsleistung der Pflanzen wird die Luft befeuchtet und das Klima rund ums Haus verbessert sich. Das Gründach schützt die Dachabdichtung vor Extremtemperaturen, Hagel und Witterungseinflüssen und verdoppelt so ihre Lebensdauer. Darüber hinaus wirkt der mehrschichtige Aufbau der Begrünung wie eine zusätzliche Isolierung auf dem Dach. Das spart Heizkosten im Winter und schafft im Sommer angenehm kühle Räume. Grundsätzlich können sowohl Flach- als auch Schrägdächer begrünt werden.
Extensiv oder intensiv
Es gibt zwei Arten der Dachbegrünung: die extensive und die intensive. Bei Dächern, die nicht als Garten oder Terrasse genutzt werden, sprechen die Profis von Extensivbegrünung. Diese kommt zum Beispiel auf Carports oder Garagendächern zum Einsatz. Die Gewächse der Extensivbegrünungen sind oft sehr klein, es sind zum Beispiel Steingartenpflanzen und Kräuter. Sie kommen mit wenig Wasser aus und vertragen auch den Frost im Winter. Die intensive Dachbegrünung dagegen wird oft auf Dachterrassen angepflanzt. Sie wird als erweiterter Lebens- und Erholungsraum genutzt und besteht daher zum großen Teil aus Pflanzen, die auch im normalen Garten vorkommen. Blütenreiche Stauden oder Sträucher sind hier nicht ungewöhnlich.
Anschauliche Beispiele
Eine intensive Dachbegrünung ist pflegeintensiver als eine extensive, kann aber dafür auch vielfältiger verwendet werden, zum Beispiel als Sport- oder Spielfläche. Im Do-it-yourself-Verfahren kommen in der Regel allerdings Extensivbegrünungen in Frage. Welche Arten für welche Begrünung geeignet sind, weiß der Fachhandel, zum Beispiel der Anbieter Optigrün. Dieser gibt auch wertvolle Informationen zum Thema, von denen gerade Anfänger profitieren: Auf der Seite www.dachbegruenung-ratgeber.de finden Interessierte Tipps, Einbau- und Pflegeanleitungen, eine bebilderte Pflanzenliste und als Inspiration viele Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte.
Gründachaufbau, Baugenehmigungen und Zuschüsse
Die Kosten für eine kleinere extensive Dachbegrünung im Selbstbauverfahren liegen bei etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter. Für eine komplette Dachbegrünung braucht der Bauherr nicht nur Pflanzen, sondern auch den entsprechenden Unterbau. Auf die abgedichtete Dachkonstruktion bringt man zuerst eine Wurzelschutzfolie auf, dann ein Schutzvlies und eine spezielle Festkörperdrainage, zuoberst ein Filtervlies und ein geeignetes Dachsubstrat. Optigrün bietet verschiedene bewährte Komplettpakete an, bei denen alle notwendigen Materialien bereits aufeinander abgestimmt sind.
Übrigens: "Grüne" Garagen und Carports brauchen in den meisten Regionen Deutschlands keine spezielle Genehmigung. Intensive Begrünung dagegen ist beim Bauamt genehmigungspflichtig. Mancherorts gibt es sogar Zuschüsse für begrünte Dächer.
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