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Heizen mit Kaminholz - das sollte man beim Wechsel beachten

Drucken 22.12.2011, 11:00 Uhr, Bau & Immobilien
Gerade in der letzten Zeit, und der Diskussion um die besonders schlechte ökologische Bilanz der fossilen Brennstoffe wie Öl, Erdgas und auch Atomkraft , rücken ökologisch nachhaltigere Brennstoffe auf Holzbasis wieder stärker in den Blickpunkt der Hauseigentümer. Neben der besseren Ökobilanz bieten diese nachhaltigen Energieträger oft auch ein besseres Preis- Leistungsverhältnis und die Abhängigkeit von großen Energieversorgern ist quasi nicht mehr vorhanden. Geschonte Umwelt, gespartes Geld und Ungebundenheit sind doch erstklassige Argumente für einen Wechsel im eigenen Haus, denken Sie nicht auch? Es gibt allerdings so manches zu berücksichtigen, wenn von klassischen Energieträgern auf Brennholz als Brennstoff umgestellt werden soll. Was man konkret berücksichtigen sollte, können Sie in diesem Artikel erfahren.

Ist der Kamin für eine Umstellung geeignet?
Bereits am Anfang treffen wir auf keine einfache Frage in Bezug auf den Heizunhgsumbau. Ist im Bestand derzeit eine Ölheizung in Betrieb stehen die Chancen nicht allzu schlecht, dass auch die kommende Heizung wieder mit dem alten Kamin genutzt werden kann. Ist eine Gasheizung installiert, ist nur selten eine Nutzung des vorhandenen Abgasrohres möglich, da sie häufig nicht für die sehr heißen Emissionen von Brennholz Heizungen ausgelegt sind. Konkret abklären lässt sich diese Frage am besten mit Ihrem Schornsteinfegermeister aus Ihrem Bezirk. Sprechen Sie den Kaminkehrer aber erst an, wenn Sie genau wissen wie Ihre zukünftige Heizung beschaffen sein wird (Pelletheizung, Stückholzheizung, Brennwertheizung etc.).

Welcher Heizugstyp darfs denn sein?
Die Vorstellung mit Kaminholz zu heizen reicht leider noch nicht ganz aus um ein konkretes Vorhaben auch tatsächlich umzusetzen. Neben dem bekannten Schwedenofen im Wohnzimmerbieten sich noch alternative Heizungstypen als Möglichkeit für die verschiedensten Einsatzzwecke an. Hier eine kurze Auflistung mit Möglichkeiten

. Schwedenofen - zum Beheizen einzelner Räume geeignet
. Kachelofen - zum zentralen Beheizen einer Etage oder zentral im Haus
. Pelletzentralheizung - beheizt das ganze Haus vom Kellerbereich aus mit Holzpellets
. Holzvergaserkessel - ebenfalls vom Kellerbereich aus aber mit Stückholz befeuert
. Hackschnitzelheizung - beheizt Mehrfamilienhäuser zentral aus Keller oder Wirtschaftsgebäude
. Mikro BHKW auf Pelletsbasis (oder Holzhackschnitzeln) - Zentralheizung und Stromgenerator in einem.

Welche Lagerräume für Brennstoffe werden benötigt?
Je nach zukünftigem Brennstoff, der Wärmedämmung des Hauses und ob eine Vollheizung oder nur eine Zusatzheizung betrieben werden soll, fällt ein unterschiedlicher Raumbedarf für die Brennstoffe an. Wird das Haus zukünftig vollständig mit Stückholz beheizt, sind 12-18 Raummeter Brennholz auf jeden Fall als Bedarf einzurechnen . Wird allerdings nur etwas zusätzlich mit Kaminholz geheizt, ist oft 1/3 des oben genannten Bedarfs ausreichend. Wobei Holz gut außerhalb in einem Unterstand auf dem Rasen oder im Garten gelagert werden kann. Eine Pelletheizung zur Vollversorgungsollte mit einem Brennstoffbedarf von etwa 3-6 Tonnen Pellets im Jahr gerechnet werden und eine kleine HackschnitzelheizungMit Leistungsdaten um 20 Kilowatt liegt bei etwa 12-18 Kubikmeter Hackschnitzeln im Jahr. Wobei Brennholz gut im Freien mit einer Überdachung auf dem Rasen oder Wiese gelagert werden kann, aber Holzpellets und Holzhackschnitzel einen Raum oder ein Silo zur Lagerung der Brennstoffe bedürfen. (Lüftungsmöglichkeiten beachten sonst droht Schimmel im Holz)!

Die Heizungsumstellung und ihre Kosten
Eine Frage, die sich nur beschwerlich aus der Distanz und undifferenziert beantworten lässt. Hier getroffene Aussagen zu entstehenden Kosten wären sehr ungenau. Zuviele Faktoren spielen bei der Preisfindung eine Rolle. Neben der Heizmethode (Stückholz, Pellets, Holzhackschnitzel) ist ein wichtiger Kostenfaktor die Frage nach der Nutzung derzeit bestehender Anlagenteile (z.B. Schornstein, Lagerflächen, Silos etc.). Im Übrigen spielt auch eine Rolle für welche Leistungsdaten die Heizungsanlage ausgelegt werden soll. So ist sicherlich ein einfacher Schwedenofen, der an einen vorhandenen Kamin angeschlossen werden kann immens günstiger als eine Neuinstallation einer Zentralheizung auf Pelletsbasis Dagegen aufrechnen lassen sich (aktuell noch) die günstigen Kosten für Holz. Der Preistrend geht aber sowohl beim Holzpelletspreis als auch bei den Hackschnitzelpreisen stetig in den letzten Jahren nach oben. Hat man die Gelegenheit in nahegelegenen Forsten sein Holz selbst zu machen, so kann im Laufe der Jahre eine nicht unbeträchtliche Summe eingespart werden. Hier amortisiert sich die Umstellung oftmals in wenigen Jahren.

Viel Erfolg beim Wechsel Ihrer Heizungsanlage und zahlreiche Jahre Freude beim Heizen mit Brennholz!


Autor / Kontakt:
Herr Björn Lenz
Gummersbach
URL: http://www.kaminholz-wissen.de

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